Nautic Youngstars 2012 - Die Luv up Jugend auf Dickschiffregatta

Im Frühjahr 2012 erzählte uns (der Jollengruppe des Luv up Jemgum) Rainer von dem Event, „Nautic Youngstars". Das einzige Problem, so Rainer, sei dass es an am Gallimarkts-Wochenende stattfinden würde. Es handelt sich um eine viertägige Veranstaltung mit Regatta für Nachwuchssegler, die unter Aufsicht eines Erwachsenen segeln. Die Idee stammt von dem heute 23 Jahre alten Felix Schwarz, der das Projekt schon als Azubi vor drei Jahren ins Leben gerufen hat. Dabei dürfen nur maximal zwei Crewmitglieder über 23 Jahre alt sein.
Recht zügig fanden sich Interessenten, so dass Britta, unsere Jugendwartin, sich um zwei Schiffe bemühte. Am Donnerstag, den 11.Oktober sollte der „Check-In" sein.

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Wir bekamen eine Sun Odyssey 30i und eine Oceanis 31 zugeteilt. Schnell standen auch die Crews und die Jugendskipper fest.

Auf der Sun Odyssey sollten Rainer Lübben(43), Jasmin Markus(16), Gertje Bruhns(15) und Nils van Ohlen(16) segeln. Auf der Oceanis segelten Peter Rösing(47), Klaas Janssen(16), Jan Erhartz(16), Harmannus Bruhns(15) und Ubbo Rösing(16). Henning Heikens (23) und ich, Paul Jankuhn (16) wurden gebeten uns unterschiedlichen Teams anzuschließen. Auch uns fiel die Entscheidung nicht schwer. Ich weiß zwar nicht warum, es ist mir auch egal. So segelte Henning bei Peter und ich bei Rainer mit. Auf der Oceanis wurde Ubbo und auf der Sun Odyssey wurde ich als Jugendskipper bestimmt.

Es ist schon komisch, je näher das Event rückte, desto aufgeregter wurden alle. Ich empfand es als Tage wie alle anderen. Am Mittwoch jedoch konnte ich einfach nicht einschlafen. Am Tag der Abreise, tauschten wir uns in der Schule schon über unsere Erwartungen und Vorstellungen aus. Meinem Team war es erstmal nur wichtig vor den anderen Luv-uppern ins Ziel zu kommen.

Donnerstagnachmittag ging es dann los. Das bedeutete für uns: kein Nachmittagsunterricht!! Nach gefühlten 20km kam schon der Stau. Deswegen wollten wir runter von der Autobahn und rein nach Bremen, um diesen zu umfahren. Doch innerstädtisch stand auch alles. Insgesamt haben wir dann 7 Stunden bis nach Heiligenhafen gebraucht. Ich glaube so gut, wie nach diesem Tag habe ich schon lange nicht mehr geschlafen.
Früh am Morgen (für meine Verhältnisse, also so gegen 8:30 Uhr) wurden wir von Peter geweckt. „Wir seien spät dran zum Frühstücken", meinte er. Nach dem Frühstück wurden dann noch Getränke gebunkert. Nach der verspäteten Übergabe, die wir „Kinder" durchführen sollten und dem Kapitänsmeeting (Steuermannsbesprechung) für den nächsten Tag, hieß es endlich „Leinen los" und raus.


Draußen mussten wir bei 5-6 bft die Segel reffen, da das Schiff trotz vollem Anschlag mit dem Ruder extrem gierte. Es war sehr kalt und ich glaube alle, bis auf Rainer haben gefroren. (Hier möchte ich meiner Mama danken, die mir heimlich einen Long-John eingesteckt hatte). Trotz Kälte und teilweiser Nässe hatten doch alle Spaß. Warmes Essen konnte leider wegen des Wellenganges nicht zubereitet werden, sodass wir uns auf kleine Snacks beschränken mussten, die aber in großer Menge vorhanden waren. An diesem Tag haben wir „nur" ein paar Wenden und das Führen des Schiffes trainiert. Am Abend gab es erst etwas zu essen und dann eine „After-Trainingsparty", d.h.: Musik und etwas zu trinken.

Der nächste Tag war, wie erwartet der beste und aufregendste, bei strahlendem Sonnenschein legten wir eine Stunde vorm Start ab.Der erste Start war um ca.09:30, wir hatten Wind aus SW bis W, mit 5-6 bft. Das hieß, wir mussten zunächst am Wind hoch zur ersten Tonne und dann mit achterlichem zur zweiten, anschließend kreuzen zur dritten und dann wieder mit achterlichem durchs Ziel.

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Den Start ist Rainer gefahren, da das Feld relativ dicht war und er ungern die 2.000 € Kaution verlieren wollte. Es war die richtige Entscheidung, denn trotz mehreren Luv-Kämpfen, waren wir im ersten Drittel an der Tonne. Auf dem Vorm- Wind-Kurs habe ich dann übernommen und hab die Segel ausreffen lassen. Wir machten noch ein paar Plätze wett. Dann mussten wir schifften, um am Fass keine Halse fahren zu müssen. Nach der zweiten Tonne sind wir recht weit unter Land gekommen. Das war unser Fehler und so verloren wir ein oder zwei Plätze.
In der ersten Runde ersegelten wir mit einer Zeit von 02:15:22 gesegelt, berechnet 02:11:25 den 14. Platz, obwohl wir mindestens einen Fuß kürzer waren als die anderen. In unserer Klasse waren 32 Schiffe von 30-42 Fuß. Die anderen Luv-Upper, hatten eine Zeit von 02:29:41, berechnet 02:19:53 und den 19. Platz
Den zweiten Start bin ich gefahren und habe an der ersten Tonne an Rainer übergeben. Insgesamt lief es, trotz des nicht allzu guten Starts besser. Der Wind hatte abgeflaut, auf 3-4 bft, aber immer schwächer werdend. Wir hatten eine Zeit von 02:17:41, berechnet 02:09:53 und damit Platz 9. Die anderen hatten eine Zeit von 02:44:42, berechnet 02:33:56 und Platz 27. Insgesamt ergab sich also für uns der 11. Platz und für die anderen der 23. Platz. Ziel erreicht!!! Als Freudentanz tanzten wir Gangnam Style. Es war sehr lustig und wir hatten beim Einlaufen fast die ganze Zeit ein fettes Grinsen im Gesicht. Das war so gegen 16 Uhr. Abends war dann gegen 22 Uhr die Siegerehrung.
Diesen Abend war die Musik zwar nicht ganz so gut, das war uns aber egal, denn wir hatten uns mit Süddeutschen angefreundet. Dieser Abend wird nicht in Vergessenheit geraten, aber darüber legen wir lieber den Mantel des Schweigens. Eins kann ich euch aber sagen: Es war nicht ansatzweise so cool, wie Luv-Up is hunnert.

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Ich möchte mich bei Rainer und Peter bedanken, die das Wochenende geopfert haben, um uns zu hüten und ein großes DANKE bei Felix. Damit schließe ich auch schon und möchte uns nur wünschen, nächstes Jahr wieder dabei sein zu dürfen.

Paul Jankuhn